Carsten Cziommer
Helmut Böhm
Lutz Dürichen
Ahmad Jaradi
Bärbel Jensch
Michael Jensch
Max Jorde
Helmut Kerber
Wolfgang Schwenkner

  BBM 2011, Urkunde und Medaille für die Vizemeisterschaft im Kugelstoß, außerdem bekam Lutz Dürichen noch Bronze beim Diskus.

Als ASV’er beim Training des Oberhausener Turnvereins 1873 e.V. (OTV 1873)

Sportwochenende der Bundessportgemeinschaft Kleinwüchsiger Menschen (BSGKM) Anfang November 2011 an der Deutschen Sporthochschule in Köln
Zwei- bis Dreimal im Jahr treffen sich kleinwüchsige Sportler aus ganz Deutschland in Köln. Diesmal waren wir 12 Leute mit unterschiedlichen Kleinwuchserkrankungen. Wir kommen aus allen Himmelsrichtungen, von Handewitt im Norden bis Stuttgart im Süden, von Münster im Westen bis Berlin im Osten. Hier an der Deutschen Sporthochschule im Kölner Stadtteil Müngersdorf absolvieren wir mit unserem Trainer persönliche Gymnastik oder auch das Training im Heimatverein integrieren können. Diese regelmäßigen Sportwochenenden finden bereits seit zehn Jahren statt; seit 2008 bin auch ich dabei.
An diesem Wochenende begann unser Programm am Sonnabend um 8.30 Uhr mit dem Frühstück in unserem Hotel Mercure Köln-West. Dieses Hotel, obwohl nicht ganz preiswert, liegt nur wenige Kilometer vom Gelände der Sporthochschule entfernt und ist barrierefrei. Danach trafen wir uns in Halle 4 und haben erst einmal unsere jährliche Mitgliederversammlung mit Wahl der neuen Führungsriege absolviert. Wie in jedem Verein ist es auch bei uns schwierig Menschen für die ehrenamtliche Arbeit zu gewinnen. Aber nach einigen heißen Diskussionen waren dann doch wieder alle „Posten“ besetzt, so dass wir gegen 11 Uhr unsere Übungen aufnehmen konnten. Hier werden immer wieder unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, wie Koordination, Kondition, Geschicklichkeit, Ausdauer oder Kraft. Zuerst liefen wir uns warm, wie es immer sein sollte, dann wurde gedehnt und allgemeine gymnastische Übungen durchgeführt. Die erste Herausforderung zur kräftigung der Rückenmuskulatur war, dass man sich über eine Schnur, die an fünf, in Reihe hängenden Kletterseilen angeknotet war, hangeln sollte. Auf Anhieb hat es niemand geschafft. Erst als zwei Leute das erste und letzte Seil festgehalten haben und die Schnur somit gespannt wurde; war es u. a. auch mir möglich unter großer Anstrengung das letzte Seil zu erreichen. Nach einer kleinen Pause bildete unser Trainer zwei Mannschaften und es kamen Spiele an die Reihe, u. a. mit der Frisbyscheibe. Hier war die Schwierigkeit, dass man mit der Scheibe nicht laufen durfte. Es kam also auf das Freilaufen an damit der Mitspieler einen Anspielpartner findet. Ich war in der Mannschaft, die verloren hat. Spaß hatten wir aber alle. Beim zweiten Spiel zur Konzentrations- und Koordinationsschulung wurden zwei Riegen gebildet. Für jede Riege wurden im Abstand von ca. zwei Metern Kästen aufgestellt. Auf den ersten Kasten jeweils 30 Smarties platziert. Diese mussten von je einem Spieler mit einem Trinkhalm angesaugt und zum nächsten Kasten transportiert werden, bis alle auf dem dritten Kasten lagen. Hier war meine Mannschaft dem Gegner haushoch überlegen.
Nach einer kleinen Stärkung wurden dann sechs unterschiedliche Stationen mit ganz einfachen Mitteln aufgebaut, wo die Koordination geübt werden sollte, u. a. musste man eine Murmel auf einem Maßband abrollen und in einen leeren Joghurtbecher fallen lassen. Mir ist es gelungen das Band bis auf einen Meter auszuziehen. Das war fast Rekord, der Beste hat es bis auf 1,20 m geschafft. Eine weitere Übung bestand darin, dass der Partner Tischtennisbälle über eine Schnur wirft und diese mussten mit der Hälfte eins Eierbehälters aufgefangen werden.
Am Schluss gab es noch Übungen zur Entspannung. Danach wanderten wir mit unserem Gepäck durch den halben Sportpark zur Schwimmhalle. Hier gibt es mehrere Becken, u. a. auch ein Rehabecken. Dieses hat eine Vorrichtung, mit welcher man den Boden in mehreren Stufen anheben bzw. absenken kann. Für uns wurde eine Wassertiefe von 1 m eingestellt, so dass jeder sich noch mehr als eine Stunde im Wasser bewegen und schwimmen konnte.
Nach einem gemeinsamen Abendessen in einem nahegelegenen und preiswerten Restaurant waren dann alle froh sich gegen 23.00 Uhr aufs Ohr legen zu können. Am nächsten Tag ging es dann nach einer kurzen Besprechung wieder nach Hause.
Ich hoffe, dass diese Treffen noch oft stattfinden können, da auch an der Sporthochschule die Einnahmen sprudeln sollen und es uns nicht möglich ist die Hallenmiete für einen ganzen oder zwei Tage in der geforderten Höhe zu zahlen
(ca. 750 €/Tag). Aber bisher hat unser Thomas immer noch eine preiswerte Möglichkeit gefunden. Ich hoffe, dass dies so bleibt und freue mich schon auf unser nächstes Sportwochenende.
  ©Foto Uwe Gieche Während der Wettkämpfe im Rahmen der Internationalen Deutschen Leichtathletik Meisterschaften der Behinderten kam ich mit einem Kampfrichter ins Gespräch. Dieser gab mir einige Hinweise zur Verbesserung meiner Technik. Als er erfuhr, dass ich noch eine Woche im Ruhrgebiet blieb, lud er mich zum Training ein. Diese Einladung nahm ich dankend an und so lernte ich Josef Ziegenfuß, einen Leichtathletiktrainer mit B-Lizenz, seine Schützlinge und das Stadion des OTV kennen. Dieses Stadion ist auch die Heimstätte des bekannten Fußballvereins Rot-Weiß Oberhausen. Josef trainiert unter anderen den Speerwerfer Stefan Naunheim, dessen Bestweite bei 73,18 m liegt. Dies bedeutet Platz 8 bei den deutschen Junioren und Platz 19 bei den Männern. Als ich mit meiner Frau am 18. Juni bei Sonnenschein im Stadion eintraf erwarteten uns Josef, Stefan und eine Gruppe B-Jugendlicher schon. Wie beim ASV liefen wir uns erst zwei Stadionrunden warm und dehnten uns anschließend ziemlich lange. Stefan ging zum Training auf einen Nebenplatz. Inzwischen holte Josef eine Schubkarre mit Kugeln und ich trainierte zusammen mit den B-Jungendlichen ca. 1,5 Stunden Kugelstoßtechnik. Der Trainer korrigierte mich immer wieder, brachte mir das Angleiten bei und wies mich darauf hin, wie wichtig es ist, meinen Bewegungsradius und meine Streckung zu verbessern. Darüber hinaus zeigte er mir auch noch einige nützliche gymnastische Übungen. Die Zeit verfing wie im Fluge. Nach insgesamt zwei Stunden verabschiedeten wir uns. Jetzt versuche ich in Berlin zusammen mit Wolfgang Schwenkner und den anderen Sportlern der Behindertenabteilung weiter an meiner Technik zu feilen um meine Weite noch weiter auszureizen. Beim nächsten Besuch im Ruhrgebiet werde ich auf alle Fälle wieder bei den Leichtathleten des OTV vorbeischauen.
Lutz Dürichen

5. Weltsportspiele Kleinwüchsiger Menschen – Belfast 2009 Die Mannschaft die Deutschland in Belfast 2009 vertrat!!!

   Lutz Dürichen mit drei Medaillen 2xSilber 1xBronze für 60/100/200m

 

Auf dem Bild sind folgende Athleten zu sehen (von links nach rechts): Philipp Buttmann, Beate Zebski, Petra Hömmen, Bärbel Dürichen, Rainer Schwinden,Lutz Dürichen, Karen Müller, Georg Fitzi.
Nachdem ich hin und wieder von den Weltsportspielen kleinwüchsiger Menschen gehört hatte, habe ich mich in diesem Jahr zusammen mit meiner Frau entschlossen, die Reise nach Nordirland anzutreten. Irgendwann muss man ja mal mit dem Wettkampfsport anfangen. Als mir bewusst wurde für was ich mich entschieden hatte, wollte ich die Zusage fast wieder zurück ziehen. Doch dann hat mich mit 55 Jahren doch der sportliche Ehrgeiz gepackt und ich habe mich nach einem Trainingsort und Trainer erkundigt. Diesen fand ich in Manfred Conrad vom BSV 1892 im Wilmersdorfer Stadion. Hier trainierte ich seit April die Kurzstrecken, die ich auch in Belfast laufen wollte. Außerdem hatte ich mich für Boccia, Basketball und Fußball angemeldet. Die diesjährigen Spiele vom 26. Juli bis 2. August in der nordirischen Hauptstadt Belfast waren bereits die Fünften. Dieses bedeutende Sportereignis findet jeweils ein Jahr nach den Olympischen bzw. Paralympischen Sommerspielen statt. Die bisherigen Austragungsorte waren 1993 (Chigago/USA), 1997 (Peterborough/ Großbritannien), 2001 (Toronto/Kanada) und 2005 (Rambouillet/Frankreich). Teilnehmen können Menschen bis zu einer Körpergröße von 1,45 m in folgenden Sportarten: Leichtathletik (Kurzstrecken und Wurfdisziplinen), Schwimmen, Tischtennis, Federball, Basketball, Fußball, Powerlifting und Boccia. Gut vorbereitet traten wir am 25. Juli den Flug nach Belfast an. Da meine Frau, die mich begleitete, schwer gehbehindert ist, hatten wir uns rechtzeitig bei der Fluggesellschaft als behinderte Fluggäste angemeldet und unsere Bedürfnisse abgestimmt. Es klappte alles wunderbar. Der nordirische Kleinwuchssportverband (DAANI) als Veranstalter konnte mehr als 200 Sportler aus 15 Ländern begrüßen (Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Iran, Irland, Italien, Nordirland, Polen, Serbien, Slowakei, Sri Lanka, Türkei, USA). Aus Deutschland nahmen 10 Athleten zwischen 15 und 55 Jahren teil, die in der Leichtathletik, im Schwimmen, Tischtennis, Federball und Basketball mehr als 20 Medaillen gewannen. Die Unterbringung erfolgte in einem Hotel in der Belfaster Innenstadt. Die Sport-stätten waren jeweils außerhalb bzw. am Stadtrand von Belfast. Der Transport dahin erfolgte mit Bussen. Gleich am Tag nach Eröffnung der Spiele durch Vertreter der nordirischen Regierung, der Stadt Belfast, der Ulster Universität und verschiedener Behindertensportverbände, begannen am nächsten Tag die leichtathletischen Disziplinen. Bei wechselnder Bewölkung, kühlen Temperaturen und Regenschauern marschierten die Sportler hinter ihren jeweiligen Fahnenträgern in das Mary-Peters-Stadion ein. Es erfolgte die Vereidigung und dann begannen die Wettkämpfe. Ich startete in der Klasse der Master. Hier war das Teilnehmerfeld zum Glück übersichtlich, so dass keine Vorläufe erforderlich waren. Im Abstand von jeweils zwei Stunden musste ich meine Läufe absolvieren. Auch das klappte ganz gut, obwohl ich ziemlich aufgeregt war und die Startzeiten sich ständig nach hinten verschoben. Das Ergebnis waren drei Medaillen (60 und 200 Silber, 100 m Bronze). Ich war froh, das meine Starts so erfolgreich waren aber auch als alles vorbei war. Da die Wurfdisziplinen am gleichen Tag und zur gleichen Zeit stattfanden war der organisatorische Aufwand ziemlich groß und alle Helfer, Kampfrichter und Sportler am Abend geschafft. An den folgenden Tagen wurden die Wettkämpfe in den anderen Sportarten ausgetragen. Hier hielten sich meine persönlichen Erfolge in Grenzen. Im Fußball wurde das Spiel um die Braonzemedaille gegen Irland mit 2 : 3 knapp verloren und im Boccia schied ich im Viertelfinale aus. Mein nächster sportlicher Termin werden die Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Halle/Saale 2010 sein. Darauf bereite ich mich jetzt als neues Mitglied der Leichtathletikabteilung des ASV vor.
Lutz Dürichen